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Häufige Fragen

Alles was Sie zur öffentlichen Nabelschnurblutspende wissen sollten

Was ist Nabelschnurblut?

Nabelschnurblut ist das Blut aus den Blutgefäßen der Nabelschnur, die das ungeborene Kind mit der mütterlichen Plazenta verbindet. Dieses Blut enthält Stammzellen, die bei der Geburt risiko- und schmerzlos für Mutter und Kind gewonnen werden können. Die Abnahme erfolgt dabei nach der Abnabelung aus dem Teil der Nabelschnur, der nicht mehr mit dem Kind, aber noch mit der Plazenta verbunden ist.
Bisher werden Stammzellen aufwändig aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut bei Erwachsenen gewonnen, um sie für die Transplantation einsetzen zu können. 

Was ist eine Nabelschnurblutspende? 

Eine Nabelschnurblutspende bedeutet, dass Sie als Mutter die wertvollen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut Ihres Babys für die Öffentlichkeit spenden. Nach der Geburt und der Abnabelung des Kindes wird die Nabelschnur und das darin enthaltene Blut in den meisten Fällen leider noch verworfen. Das Nabelschnurblut kann aber in den von eticur) zertifizierten Kliniken gespendet werden - gegenwärtig ist die Spende bundesweit in ca. 600 Kliniken möglich. Nach der Entnahme durch das geschulte Klinikpersonal erfolgt der Transport des Blutes in die Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen. Alle anfallenden Kosten für Entnahmebox, Transport, Aufbereitung, Lagerung und Dokumentation werden durch Geldspenden finanziert. Für Sie als Spender entstehen dabei keinerlei Kosten. Geeignete Präparate werden aufbewahrt und die Typisierungsmerkmale anonymisiert im Zentralen Knochenmarkspender-Register gelistet.   

Welche Krankheiten können derzeit mit gespendetem Nabelschnurblut behandelt werden? 

Derzeit gibt es ca. 70 verschiedene Indikationen, bei denen gespendetes Nabelschnurblut eingesetzt werden kann.
Nabelschnurblutstammzellen sind unter anderem dazu in der Lage, die Blutbildung und das Immunsystem eines Patienten zu erneuern. Daher helfen sie Patienten, die an malignen Erkrankungen oder Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. Das sind z.B. verschiedene Leukämien und Stoffwechselerkrankungen. Zu den Erkrankungen des blutbildenden Systems gehören die akuten und chronischen Leukämien, myelodysplastische und myeloproliferative Syndrome, Non-Hodgkin-Lymphome und spezielle Anämieformen. Zu den Immunerkrankungen gehören z. B. das Wiskott-Aldrich-Syndrom und andere angeborene Immundefekte. 

Wann gab es die erste Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut? 

Französische Ärzte transplantierten bereits 1988 einem an Fanconi-Anämie erkrankten Kind Stammzellen aus Nabelschnurblut. Dieses Kind ist heute gesund. Seitdem wurden über 25.000 Präperate kranken Kindern und Erwachsenen verabreicht.  

Wo kann das Nabelschnurblut gespendet werden? 

eticur) hat ein bundesweites Kliniknetzwerk mit fast 600 zertifizierten Kliniken. Ob Ihre Entbindungseinrichtung dabei ist, erfahren Sie in unserer Klinik Auswahl.

Warum kann ich nicht in jeder Klinik spenden? 

Das Stammzellpräparat ist ein Fertigarzneimittel, das dem Arzneimittelgesetz und zahlreichen weiteren gesetzlichen Bestimmungen unterliegt. Daher muss jede Klinik vor einer Nabelschnurblutentnahme mit eticur) eine Kooperationsvereinbarung abschließen, danach wird das Personal geschult und anschließend nimmt die pharmazeutische Aufsichtsbehörde (Regierung von Oberbayern) die jeweilige Klinik nach einem Entnahme-Audit in die Herstellungserlaubnis von eticur) auf. Alle zertifizierten Kliniken finden Sie in unserer Klinik Auswahl.

Warum kostet mich die Spende nichts?

Die Spende wird aus Spendengeldern finanziert, sie tragen lediglich die Portokosten für den Versand Ihrer Unterlagen zu eticur).

Kann ich auch Geld spenden?

Selbstverständlich freuen wir uns, wenn Sie die Nabelschnurblutspende finanziell unterstützen und so weitere Einlagerungen möglich machen. Die Bankverbindung des Universitätsklinikums Erlangen bei der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen lautet:

IBAN DE37 7635 0000 0000 0022 42
BIC BYLADEM1ERH
Stichwort: Nabelschnurblutspende

Sie können aber auch über www.lebensbank.org Ihre Geldspenden machen.

Wie läuft die Spende ab? 

Bitte setzen Sie sich unbedingt spätestens 5 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin mit uns in Verbindung, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Um die limitierten Spendengelder möglichst effizient einzusetzen, ist eine Spende nur noch online möglich. Im ersten Schritt überprüfen Sie zunächst ob Ihre Entbindungseinrichtung für eticur) zertifiziert ist. Mit Hilfe unserer Spender-Kriterien überprüfen Sie anschließend, ob Sie als Spenderin in Frage kommen. Wenn beide Abfragen positiv verlaufen, registieren Sie sich, füllen die Online-Bestellung vollständig aus und senden es per Knopfdruck an uns. Wir leiten Ihren Anamnesebogen weiter an die Spezialisten der Universitätsklinik Erlangen. Dort wird der Anamnesebogen geprüft und eine Spendentauglichkeitsbescheinigung ausgestellt. Natürlich nur, wenn alle Vorgaben erfüllt sind. Wird Ihre Spendentauglichkeit bestätigt, führen unsere Ärzte noch ein  telefonisches Spendenaufklärungsgespräch. Danach füllen Sie bitte das Dokument „Aufklärung und Einwilligung zur allogenen Nabelschnurblutspende“ aus, unterschreiben es und schicken es zu uns. Rechtzeitig vor Ihrem errechneten Geburtstermin, erhalten Sie dann von uns das Entnahmeset per Kurier nach hause. Der Versand erfolgt allerdings erst ca. 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Dieses Entnahmeset bewahren Sie zu hause auf, bis Sie sich zur Entbindung ins Krankenhaus begeben. Gleich bei Ankunft in der Entnahmeklinik übergeben Sie die Entnahmebox Ihrer Hebamme. Das Kreißsaalteam wurde zeitgerecht von eticur) informiert, dass Sie eine Nabelschnurblutentnahme wünschen. Nach der Geburt und Abnabelung des Babys wird die Nabelschnurvene punktiert, das Nabelschnurblut entnommen und in einem speziellen Beutel gesammelt. Im Anschluss wird das Blut temperaturkontrolliert per Kurier in das Universitätsklinikum Erlangen transportiert. Die Entnahme findet erst nach der Geburt Ihres Kindes statt und ist risiko- und schmerzfrei für Sie und Ihr Kind. 

Warum darf ich bei einer Geburt vor der 38. Schwangerschaftswoche nicht spenden?

International gelten Geburten vor der 38. Schwangerschaftswoche als Frühgeburten, die daher einen medizinischen Notfall darstellen.
Stammzellentnahmen bei Geburten vor der 38. Schwangerschaftswoche erfüllen sehr oft nicht die strengen Qualitätsanforderungen in bezug auf die Stammzellkonzentration und die erzielte Menge. Um die Spendengelder möglichst effizient einzusetzen, werden daher Frühgeburten ausgeschlossen. Das gleiche gilt bei Mehrlingsgeburten.

Was passiert mit dem Nabelschnurblut? 

Direkt nach der Entnahme, ruft die Hebamme den Kurierdienst an, damit das Blut auf schnellstem Wege in die Universitätsklinik Erlangen transportiert wird. Dort wird das Blut untersucht, die Stammzellen werden in einem aufwändigen Verfahren aus dem Blut angereichert und dann das Blut in vorläufige Stickstofftanks eingefroren. Anschließend werden die Blutproben umfangreich getestet und auf verschiedenste Infektionen, Viren, Bakterien, Pilze etc. untersucht. Außerdem werden die Gewebemerkmale bestimmt. Erst wenn alle Qualitätskriterien erfüllt sind, wandern die Zellen in den Endtank und stehen nun weltweit kranken Menschen für eine Transplantation zur Verfügung. 

Falls die Menge des gespendeten Blutes nicht dem vorgegebenen Richtwert entspricht, kann das Nabelschnurblut trotzdem sinnvoll für Forschung und Qualitätssicherung eingesetzt werden, sofern Sie uns vorher die Erlaubnis dazu erteilt haben. 

Welche Vorschriften gibt es?

Richtlinien der Bundesärztekammer für die Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut (Hämotherapierichtlinie), Cord Blood Richtlinie, Arzneimittelgesetz, Transfusionsgesetz, Arzneimittelwirkstoff- und -herstellungsverordnung.

Werde ich informiert, ob das Nabelschnurblut eingelagert wurde? 

Nein, Sie erhalten darüber keine Information. Sie werden, wie bei der normalen Blutspende, nur informiert, wenn im Blut eine Besonderheit bei der Blutuntersuchung zutage tritt. 

Wer erhält Stammzellen aus der Nabelschnur? 

Die Nabelschnurblutstammzellen sind in einem weltweiten Register gelistet und stehen daher Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.
Unterschiedliche Behandlungsmuster erlauben die Therapie von Erwachsenen und Kindern. 

Hat mein Kind auch selbst Anspruch auf das gespendete Nabelschnurblut? 

Grundsätzlich geben Sie mit der Zustimmung zu einer Spende, die Rechte an dem Präparat ab. Gespendete Stammzellpräparate werden speziell für bestimmte schwere Krankheiten vorgehalten. Aus medizinischen Gründen ist bei manchen Erkrankungen, z.B. Leukämie, eine Behandlung des Spenders mit den eigenen Blutstammzellen unwahrscheinlich.

Falls das Präparat den strengen Qualitätsanforderungen für die Einlagerung genügt hat und noch nicht für einen anderen Menschen verwendet wurde, kann es wegen der völligen Übereinstimmung der HLA-Merkmale sofort gefunden werden. Eine nachträgliche Freigabe für das eigene Kind ist aber im Bereich der regenerativen Medizin nicht möglich.  

Was sind die Vorteile von Nabelschnurblutstammzellen? 

  • Die Gewinnung von Nabelschnurblutstammzellen ist schmerz- und risikolos für Mutter und Kind. Anders als bei einer Knochenmarkspende, bei der ein operativer Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt wird oder einer peripheren Stammzellspende nach Medikamentengabe, die ebenfalls mit gesundheitlichen Risiken und Schmerzen für den Spender verbunden ist.
  • Die Stammzellen aus der Nabelschnur sind weniger differenziert, daher ist ihr Abstoßungsrisiko geringer, da das Immunsystem eines Neugeborenen noch nicht so ausgereift ist.
  • Da aus den Nabelschnurblutstammzellen ein sogenanntes Fertigarzneimittel hergestellt wird, ist das eingelagerte Präparat anwendungsfertig.
  • Einige besondere biologische Eigenschaften von Nabelschnurblutstammzellen ermöglichen einen differenzierteren Einsatz dieser Stammzellen gegenüber aus Knochenmark gewonnenen Stammzellen.
  • Die Gewinnung ist deutlich unkomplizierter als die Gewinnung von Stammzellen aus Knochenmark oder peripherem Blut.                                                                                     

Was sind die Nachteile von Nabelschnurblutstammzellen? 

  • Die Anzahl der Stammzellen ist pro Präparat begrenzt und daher ist es schwierig, passende Präparate für Patienten mit hohem Körpergewicht zu finden.
  • Der Aufwand für Logistik und Aufbewahrung ist hoch.
  • Für die tatsächliche Einlagerung eines Nabelschnurblutstammzell-Präparats müssen Qualitätskriterien erfüllt werden. Daher muss ein hoher Prozentsatz der gespendeten Präparate verworfen werden.