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Nabelschnurblut: öffentlich oder privat

Egal ob öffentlich oder privat – zum Wegwerfen einfach zu wertvoll!

Vor über 25 Jahren wurden zum ersten Mal Nabelschnurblut-Stammzellen bei einem 5-jährigen Jungen mit einer sehr seltenen Erkrankung seines blutbildenden Systems verwendet. Dem Jungen wurde durch die Stammzelltransplantation ein neues Leben geschenkt. Seitdem gibt es immer mehr Krankheiten, bei denen diese speziellen Zellen erfolgreich eingesetzt werden - sowohl körpereigene als auch öffentlich gespendete. Obwohl die Nabelschnurblut-Gewinnung völlig schmerzfrei und ohne jedes Risiko für Mutter und Kind ist, wird in Deutschland viel zu selten die Möglichkeit genutzt, Nabelschnurblut bei der Geburt zu sammeln. 

Dabei ist die Abnahme absolut schmerzfrei und risikolos für Mutter und Kind und...

...dauert nur wenige Minuten 

Direkt nach der Abnabelung wird das Blut aus dem Teil der Nabelschnur entnommen, der noch mit der Plazenta, aber nicht mehr mit dem Kind verbunden ist. Dieser Vorgang dauert ca. 2 Minuten und gleicht im Prinzip der normalen Venen-Blutabnahme. Weder das Kind noch die Mutter spüren etwas von diesem Prozess. Zusätzlich wird der Mutter eine Blutprobe entnommen, um Infektionen auszuschließen und um die Identität der Proben durch HLA-Abgleich zu sichern. 

...kostet Sie als Spender kein Geld

Die öffentliche Nabelschnurblutspende wird aus öffentlich eingeworbenen Spendengeldern finanziert und kostet Sie als Spender nichts. Das Nabelschnurblut zu spenden bedeutet allerdings, dass Sie alle Rechte an den Stammzellen Ihres Kindes unwiderruflich abgeben und auch nicht über den Erfolg der Einlagerung informiert werden. Falls das Präparat zur Abgabe geeignet ist, werden die Typisierungsdaten an das ZKRD in Ulm gemeldet und es steht weltweit zur Verfügung.

Die für die Allgemeinheit gespendeten Nabelschnurblut-Stammzellen werden zunehmend als lebensrettende Therapie für Leukämiekranke eingesetzt. Generell können sowohl gespendete als auch körpereigene (autologe) Stammzellen für den (Wieder-)Aufbau des blutbildenden Systems, beispielsweise nach Hochdosis-Chemotherapien oder bei Anämien, eingesetzt werden. In der regenerativen Medizin kommen jedoch ausschließlich körpereigene Stammzellen zum Einsatz (z.B. bei Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder Nachzüchtung von einfachen Haut- und Gewebezellen).

Private Aufbewahrung für Ihr Kind oder öffentliche Spende für Andere – mit eticur) haben Sie die freie Wahl. Wenn Sie Ihrem Kind die Möglichkeit geben möchten, auf seine eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen zurückgreifen zu können, informieren Sie sich bitte weiter auf der Website von eticur) zum Thema private Einlagerung. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, eine private Einlagerung zu kombinieren mit einer zusätzlichen Listung für eine eventuelle spätere Spende. Falls das Präparat einem Patienten helfen könnte, werden Sie gefragt, ob Sie es freigeben möchten. Wenn Ja, bekommt der Patient das gesamte Präparat und Sie erhalten Ihre gesamten Unkosten zurück.

Zahlen und Fakten zur öffentlichen Spende

Durch die Listung der Typisierungsmerkmale im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) steht das Präparat weltweit Patienten zur Verfügung.

Bereits aufbewahrte Stammzellpräparate aus Nabelschnurblut werden von Medizinern immer häufiger als Alternative zur Stammzell-Spende aus Knochenmark eingesetzt. Weltweit haben schon über 40.000 Patienten von gespendetem Nabelschnurblut profitiert (1), obwohl in den letzten Jahren insgesamt erst ca. 700.000 Präparate eingelagert wurden (2). Auch Ihre Spende könnte schon sehr bald ein anderes Leben retten!

Jedes Jahr sind allein in Europa etwa 25.000 Menschen auf eine Stammzelltransplantation angewiesen (3). Bei der Suche nach einem geeigneten Spender leisten die vorhandenen Knochenmarkspender-Dateien einen wichtigen Beitrag. Häufig dauert die Suche aber sehr lange und in 20% der Fälle bleibt sie erfolglos. In diesen Fällen bieten bereits aufbewahrte Stammzellpräparate aus Nabelschnurblut eine echte Alternative. Wegen der besonderen Eigenschaften greifen Mediziner vor allem bei Kindern bereits heute bevorzugt auf gespendetes Nabelschnurblut als Stammzellquelle zurück (4). Auch Erwachsene Patienten können mit Nabelschnurblutstammzellen behandelt werden, manchmal werden dabei zwei Spenden gleichzeitig verabreicht.

Das Nabelschnurblut zu spenden bedeutet, dass Sie alle Rechte an den Stammzellen Ihres Kindes unwiderruflich abgeben. Nur etwa jede dritte Nabelschnurblut-Spende kann leider aus regulatorischen Gründen auch tatsächlich dauerhaft aufbewahrt werden. Eltern erhalten keine Rückmeldung über den Einlagerungserfolg. Selbst wenn alle Testungen zu einer erfolgreichen Aufbewahrung führen, besteht nach der Spende kein eigener Anspruch mehr auf das Präparat. Wenn Sie also sicher sein wollen, dass die Stammzellen Ihres Kindes diesem in Zukunft auch wirklich zur Verfügung stehen, wählen Sie den Weg der privaten Einlagerung.

Sollte Ihr Kind später einmal ein Stammzellpräparat benötigen, muss wie bei jedem, der keine autologen Stammzellen aufbewahrt hat, nach einem passenden Präparat gesucht werden.

  • (1) Deutsches Ärzteblatt, 106, Heft 3, S. 75f., Jan. 2009   
  • (2) www.netcord.org/inventory.html
  • (3) Bone Marrow Transplant.;43(4):275-91, Feb. 2009
  • (4) Biology of Blood and Marrow Transplantation, Vol. 14, 9, p. 2-7, Sept. 2008